Hoch(zeit)saison

Nach dem langen Winter herrscht endlich wieder Hochbetrieb an unseren Koiteichen. Mit den steigenden Temperaturen werden die Koi wieder munter und gefrässig. Dies gilt jedoch auch für die im Teich und auf den Fischen vorhandenen Bakterien und Parasiten. Momentan läuft ein eigentlicher Wettlauf zwischen dem Immunsystem der Koi und der Leistungsfähigkeit der Bakterien im Biofilter gegnüber der sich rasant steigernden Vermehrungsrate der Krankheitserreger.

 

Mit der steigenden Aktivität steigt auch der Futterbedarf der Koi: ein ausgewogenes und qualitativ hochstehendes (ev. noch mit zusätzlichen Vitaminen angereichertes) Futter ist jetzt sehr wichtig. Je nachdem kann es Sinn machen, den Filter mit Starter-Bakterien zu impfen und so schneller hochzufahren. Lassen Sie sich jedoch nicht verführen, übermässig viel zu füttern! Es ist noch nicht Sommer und wie immer gilt: Qualität geht vor Quantität.

 

Wie schon angetönt ist der Bio-filter in den wenigsten Teichen schon auf vollen Touren. Die Zugabe von "Starter-Bakterien" (diverse Fabrikate sind im Koi-Handel erhältlich) können helfen, die Filterbiologie zu beschleunigen. Aber auch diese Bakterien brauchen Zeit: bei den momentan noch vorherschenden Temperaturen von unter 20 Grad sind Bakterien noch nicht so leistungsfähig wie bei 25 Grad. Die Wasserqualität sollte jetzt deshalb sehr gut im Auge behalten werden, es sind regelmässige Wasserwechsel angezeigt, insbesondere wenn Nitrit- und Ammoniakwerte steigen. Vorsicht gilt jedoch, was die Temperatur zwischen Leitungswasser und Teichwasser anbelangt, je weniger zusätzliche Temperaurschwankungen die Koi durchmachen, desto besser.

 

Nicht nur das Futter bzw. der Kot ist eine Belastung für den Filter sondern auch die Hormone: Im Wonnemonat Mai erleben auch die Koi mit den länger werdenden Tagen und den steigenden Temperaturen stürmische Gefühle: die Hochzeitsaison hat begonnen. In vielen Teichen "geht die Post ab". Die männlichen Koi jagen den Weibchen nach: mehr oder weniger rabiat werden diese zum Ablaichen überredet. Dies ist ein natürliches Phänomen, birgt jedoch in einem künstlichen Habitat wie dem Koi-Teich und speziell beim Vorhandensein von grossen männlichen Koi Gefahren.

 

Tipps:

Scharfe Ecken und Kanten, Steine und in den Teich ragende Rohre können eine Verletzungsquelle darstellen. Versuchen Sie diese Stellen zu schützen.

 

Es kann auch durchaus vorkommen, dass in der Hitze des Gefechts weibliche Koi über den Teich hinausbugsiert werden: Je nach Teichbeschaffenheit kann man sich überlegen, den Wasserspiegel vorübergehend ein wenig abzusenken um solchen traurigen Unfällen vorzubeugen.

 

Durch das Einbringen von "Laichbürsten" (erhältlich bei Ihrem Koi-händler) wird das Ablaichen zusätzlich stimuliert und da die klebrigen Koi-Eier an diesen Bürsten kleben bleiben, können sie leicht aus dem Teich entfernt werden. So kann die Belastung für den Teich durch die in grossen Mengen abgegeben Geschlechtsprodukte minimiert werden.

 

Auch wenn Sie sich einmal als "Koizüchter" versuchen wollen, sind die Ablaichbürsten eine praktische Hilfe: Nach dem Ablaichen werden die allermeisten Eier sofort von den Fischen (auch den Eltern!) gefressen oder sie gehen an Verpilzungen zugrunde. Die Laichbürsten können in ein separates Becken gegeben werden und dort besser geschützt schlüpfen. Überlegen Sie sich jedoch gut, worauf Sie sich einlassen: ein grosser weiblicher Koi kann mehrere Hunderttausend Eier legen und was zu Beginn nach einigen wenigen Fischlein aussieht, füllt in wenigen Wochen einen ganzen Teich! Überlassen Sie das Züchten also lieber den Profis mit entsprechender Einrichtung und Erfahrung oder schauen Sie zumindest, dass Sie nicht mehr Fische nachziehen, als Ihr Teich verkraften kann.

 

Nach dem grossen Ablaichen sollte dringend ein grösserer Wasserwechsel durchgeführt werden, um das überschüssige Protein aus dem System zu entfernen.