Frösche und Kröten im Koiteich

Nach einem langen und kalten Winter steht der ersehnte Frühling vor der Türe und die Koi werden langsam wieder aktiver. Zeitgleich mit den steigenden Wassertemperaturen im Teich gehen insbesondere in den ersten feuchten und etwas wärmeren Nächten auch Frösche und Kröten auf Wanderschaft zu ihren Laichgewässern. Oft kommt es vor, dass Sie sich dabei als Ziel Ihrer Reise einen Koiteich ausgesucht haben. Dort angekommen lauern für die geschützten Amphibien diverse Fallen: Skimmer, Bodenablauf, mechanische Filtersysteme (z.B. Trommel) oder auch ganz einfach das Problem, nicht mehr ohne fremde Hilfe aus dem Teich rauszukommen. Bieten Sie den Amphibien die Möglichkeit den Teich von selber wieder verlassen zu können, zum Beispiel mit einer kleinen Ausstieghilfe. Wichtig ist es zudem, dass in dieser Zeit regelmässig die Filterkammern, Trommeln und Skimmer nach Fröschen und Kröten abgesucht werden. Im Bereich der Skimmer gibt es bei den Koihändlern zum Beispiel Siebeinsätze welche das Einsaugen von Amphibien verhindern. Tote Frösche oder Kröten sollten zum Schutz aller Teichbewohner schnellstmöglich aus dem System entfernt werden.

  

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass insbesondere männliche Kröten einen Fisch mit einer weiblichen Kröte verwechseln, sich auf dessen Kopf setzen und sich kaum abschütteln lassen. Dies stresst den Koi oder Stör und führt zu Abwehr- und Fluchtversuchen mit Verletzungsgefahr. Wenn sich die Kröte mit ihren Krallen am Kopf, in den Augen, an den Kiemendeckeln oder schlimmstenfalls auch an den Kiemenbögen der Fische festkrallt, kann das auch zu direkten Verletzungen am Fisch führen. Meist können sich die Fische selber aus dieser misslichen Lage befreien. Sollte sich aber einmal eine sehr hartnäckige Kröte auf ihrem Koi oder Stör festgekrallt haben, braucht der Fisch möglicherweise Ihre oder unsere Hilfe. Oft genügt es, den Fisch mit dem Kescher zu sich hinzuziehen und dann direkt noch im Teich die Kröte vorsichtig von Hand vom Fisch zu entfernen. Grosse Vorsicht ist dabei geboten, wenn sich die Kröte mit den Krallen im Kiemen- oder Augenbereich festhält.

 

Mehrfach pro Jahr erleben wir die Situation, dass verspielte Koi Kröten in den Mund nehmen. Da der Schlund zu eng ist um die Kröte zu schlucken, kann es schlimmstenfalls dazu kommen, dass eine Kröte stecken bleibt und vom Koi weder geschluckt noch ausgespuckt werden kann. Dies ist unter Umständen für Koi und Kröte eine tödliche Situation: sie ersticken beide. Deshalb müssen insbesondere grössere Koi, die sich absondern, gut beobachtet werden: manchmal sieht man nur von Zeit zu Zeit einen Krötenfuss aus dem Mund herausragen.

In diesem Fall ist eine sofortige, aber trotzdem sehr vorsichtige Entfernung, allenfalls unter leichter Narkose des Fisches, angezeigt. Dabei muss mit grosser Vorsicht vorgegangen werden, da sich Kröten oft an den Kiemenbögen festkrallen. In den Kiemenbögen verlaufen sehr grosse und lebenswichtige Blutgefässe, diese dürfen keinesfalls beschädigt werden.

 

Wir empfehlen eine Entfernung nach Möglichkeiten nur unter leichter Betäubung und zu zweit durchzuführen. Im Zweifelsfalle rufen Sie uns an! Gerne helfen wir vor Ort oder beraten Sie auch am Telefon.